Restlebensdauer: "Wie lange dauert´s noch?"

Restlebensdauer: "Wie lange dauert´s noch?"

Die Frage nach dem Ende der Nutzungsdauer eines Bauteils ist nicht einfach zu beantworten. Ein wesentlicher Aspekt hierbei ist, ob das Bauteil mit Hilfe der Warmstreckgrenze oder mit zeitabhängigen Festigkeitskennwerten  (Zeitstandfestigkeit) dimensioniert wurde. Während bei Bauteilen im Warmstreckgrenzenbereich im Wesentlichen der Verlust an Wanddicke durch Korrosionsvorgänge die Restlebensdauer bestimmt, sind  bei zeitstandbeanspruchten Bauteilen neben der Zeitstandfestigkeit des Werkstoffes die mechanische und thermische  Beanspruchung, die auf das Bauteil während der bisherigen Betriebszeit eingewirkt haben, für die Ermittlung der rechnerischen Bauteilerschöpfung entscheidend. Mit der Genauigkeit der Eingangsdaten für die Berechnung des Lebensdauerverbrauchs steigt auch die Aussagekraft  der Restlebensdauerabschätzung. Im ersten Schritt erfassen wir alle messbaren Betriebsdaten,  wie Betriebsstunden, Druck und Temperatur sowie die Bauteilgeometrien und benutzen sie für die Berechnung der Bauteilerschöpfung. Zusätzlich wird dann an den Bauteilen der Dampfleitungen und der Turbine mit Hilfe der ambulanten Metallografie (Oberflächengefügeuntersuchung mittels Folienabdrucktechnik) oder an herausgeschnittenen Rohrproben der Heizflächen des Dampferzeugers der tatsächliche Erschöpfungszustand der Bauteile ermittelt. Sind Daten und Eigenschaften nicht genau zu erfassen, helfen statistische Methoden weiter.